Geduldsprobe: Speicher bleibt noch zwei Jahre eine Baustelle

Die Sanierung des Kombinationsbauwerkes kostet fast eine halbe Million Euro. Bei Hochwasser soll mehr Stauraum zur Verfügung stehen.

Von Holger Frenzel
erschienen am 09.08.2017
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Crimmitschau. Der Speicher in der Mark Sahnau in Crimmitschau bleibt auch in den nächsten beiden Jahren eine Baustelle. Nach der Beräumung der Sedimente steht die Instandsetzung des Kombinationsbauwerks an der Hochwasserentlastungsanlage an. Die Kosten belaufen sich auf rund 480.000 Euro. Das hat Britta Andreas mitgeteilt. Sie kümmert sich um die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Landestalsperrenverwaltung. Die Planungen für das Bauvorhaben sollen im nächsten Jahr fertiggestellt und zur Genehmigung eingereicht werden. "Die bauliche Umsetzung könnte dann 2019 erfolgen. Erst im Anschluss wird der Speicher wieder angestaut", sagt Britta Andreas.

Bei dem Vorhaben sei außerdem vorgesehen, die Hochwasserschutzwirkung des Speichers zu verbessern. Er wurde bisher im Vollstau betrieben. Britta Andreas: "Nun soll die Hochwasserentlastungsanlage in einem Bereich teilweise abgesenkt werden, um einen zusätzlichen Hochwasserschutzraum zu schaffen." Der Speicher nimmt eine Fläche von rund 3,4 Hektar ein und kann bis zu 54.000 Kubikmeter Wasser aufnehmen.

Das Wasser wurde 2015 abgelassen. 2016 folgte die Beräumung der Sedimente. Leser der "Freien Presse" wunderten sich zuletzt, warum es auf der Baustelle nicht weitergeht. "Die Natur erobert sich unübersehbar ihr Terrain zurück. Auch für Naturfreunde und Spaziergänger war der Sahnstau stets ein beliebtes Ziel", schreibt ein Leser.

Der südliche Speicherbereich liegt im Flächennaturdenkmal "Ufergehölz Stau Mark Sahnau". Der gesamte Speicher gehört zum Landschaftsschutzgebiet "Sahngebiet". Britta Andreas macht deutlich: "Damit der Lebensraum der hier lebenden Amphibien erhalten bleibt, ist der Speicher inzwischen wieder leicht angestaut."






Nachruf

Mit Herrn Jochen Hiller, der vor kurzem verstorben ist, verlieren wir einen engagierten Angelfreund.(geb. am 16.2.1931)

Herr Hiller war seit dem 11.02.1965 Mitglied im 1.AV-Crimmitschau.
Vor 2 Jahren erhielt er für sein langjähriges Engagement im Verein die Ehrenmitgliedschaft.

 

Der Vorstand und alle Spf. des 1.AV-Crimmitschau

 





 Achtung !!! 

Zur Schonung gilt ab sofort bis auf Widerruf am Hofteich Frankenhausen (C08-102) ein generelles Entnahmeverbot für die Fischarten Plötze und Rotfeder.

 

 


Speicher ist ein Sanierungsfall

Derzeit wird das Gewässer in der Mark Sahnau in Crimmitschau ausgebaggert. Bis Ende 2016 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Das komplette Vorhaben zieht sich aber noch einige Jahre hin.

Von Uwe Mühlhausen                                          
erschienen am 28.10.2016



Crimmitschau. Halbzeit bei der Beräumung der Sedimente im Speicher Crimmitschau. Rund 1700 Tonnen Schlamm, der sich im Laufe der Jahre auf dem Grund des Gewässers abgesetzt hat, wurden bisher von einer Firma aus Schmölln beräumt und zu einer im Kreis Altenburger Land ansässigen Entsorgungsfirma transportiert. Das Unternehmen hat sich auf das Recyceln von Erdaushub spezialisiert. Bis zu 4000 Tonnen Sedimente fallen bei den Arbeiten in der Mark Sahnau an. Im November, spätestens jedoch Ende des Jahres, soll die Maßnahme abgeschlossen sein. Das sagte Sven Beyer vom Betrieb Zwickauer Mulde/Oberere Weiße Elster. Das zur Landestalsperrenverwaltung Sachsen gehörende Unternehmen ist für den Speicher im Nordwesten von Crimmitschau zuständig.

Sind die Sedimente beräumt, kann der Speicher aber noch nicht genutzt werden. Der Grund: Die wassertechnischen Anlagen sind ein Sanierungsfall. Wie schlecht der Zustand ist, wurde erst nach dem kompletten Ablassen des Gewässers sichtbar. Ob die Technik repariert oder durch einen Neubau komplett ersetzt wird, ist derzeit noch unklar. Dazu sind noch Absprachen mit der Stadt, dem Pächter und dem Landratsamt notwendig. "Jeder von ihnen hat unterschiedliche Interessen, die es bei dem Vorhaben zu berücksichtigen gilt", sagt der Projektleiter. Dazu gehört unter anderem der Hochwasserschutz, der besonders der Kommune am Herzen liegt. "Erst wenn eine Entscheidung gefallen ist, erfolgt die Planung. Der schließt sich dann noch das Genehmigungsverfahren an, sodass mit einem Baubeginn erst im übernächsten Jahr zu rechnen ist", sagt Sven Beyer. Gefüllt werden soll der Speicher voraussichtlich Ende 2018 oder Anfang 2019.

Unklar sind derzeit auch noch die anfallenden Kosten. Allein die für die Beräumung der Sedimente belaufen sich auf rund 120.000 Euro. "Was sonst noch an Kosten anfällt, ist abhängig von den noch offenen Entscheidungen."

Errichtet wurde der Sahnstau zwischen 1977 und 1979 an der Zeitzer Straße in Crimmitschau durch den Meliorationsbau Oelsnitz für die Firma Obstbau. Er diente bis 1990 als Wasserreserve für die Bewässerung der Obstbäume. Mit dem Aus des Obstproduzenten verlor der Stausee seine

Bedeutung und ging in das Eigentum der Stadt über. Nach der Novellierung des Sächsischen Wassergesetzes im Jahr 2004 wurde die Regie über das Gewässer der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates übertragen. Zuletzt wurde der Speicher hauptsächlich als Angelgewässer genutzt. Der Speicher, der im Bereich des Entnahmeturmes zirka sechs Meter tief ist, hat ein Fassungsvermögen von knapp 60.000 Kubikmetern. Zum Vergleich: Das Fassungsvermögen der Koberbachtalsperre beträgt rund zwei Millionen Kubikmeter.




     



50 Jahre Anglerverein Crimmitschau e.V.

Der 1.Anglerverein Crimmitschau kann auf eine 50-jährige Geschichte zurückblicken. Drei der ehemaligen Gründungsmitglieder sind heute noch aktiv. Im Herbst 1960 hatten sich 11 Angelfreunde aus dem Niederalbertsdorfer Anglerverein ausgegliedert, weil er zu groß wurde, und bildeten ihren eigenen Verein. Die Mitgliederzahl erhöhte sich kontinuierlich. Waren es im Jahr 1974 bereits 69 Petrijünger, erhöhte sich die Zahl der Mitglieder im Jahr 2000 auf 189 Angelfreunde, davon 31 Kinder und Jugendliche. Derzeit betreiben 175 Erwachsene und 19 Jugendliche diesen Sport.

Der 1. Vorsitzende des Vereins, Uwe Weiland, verwies in seiner Festrede unter anderem auf die unzählig geleisteten Stunden zur Erhaltung der Fischteiche. Besonders hob er gute Jugendarbeit des Vereins hervor. Unter der Anleitung von Andreas Groh und Andreas Fichtner werden jährlich an der Koberbachtalsperre und anderen Gewässern in den Ferien Angelcamps angeboten.

Zur Festveranstaltung gab es eine Reihe von Auszeichnungen. So ehrte der Deutsche Anglerverband das älteste Mitglied Günther Leuschke und das Gründungsmitglied Michael Erler mit der Ehrennadel in Gold. Zwei Sportsfreunde erhielten das Abzeichen in Silber und vier in Bronze. Lothar Gumbert wurde für sein langjähriges Engagement im Verein die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Andreas Groh und Andreas Fichtner wurden für ihre sehr gute Jugendarbeit ausgezeichnet. Seit Jahren organisiert der ehemalige Vorsitzende des Vereins, Peter Fichtner, Lehrgänge zum Erlangen des Fischereischeins. Dafür galt ihm der Dank des Verbandes.

Der Crimmitschauer Verein gehört zum 2. Regionalverband des Anglervereins Südsachsen-Mulde-Elster, der allein im Regierungsbezirk Chemnitz zirka 140 Gewässer und dazu über 700 Kilometer Fließgewässer bewirtschaftet, die von den Crimmitschauer Petrijüngern genutzt werden können. In der unmittelbaren Region sind es der Hofteich in Frankenhausen, bekannt für seine gute Karpfenpopulation, der Sahnstau in der Mark Sahnau, ein Geheimtipp für Raubfischangler, und die Koberbachtalsperre als größtes Gewässer mit über 20 nachgewiesenen Fischarten von Aal bis Zander. Allein die langjährige durchschnittlich entnommene Fischmenge an der Koberbachtalsperre beträgt über 2800 Kilogramm. Während am Hofteich und am Sahnstau das Problem Kormoran nicht auftritt, entstehen an der Talsperre durch teilweise 300 Kormorane, die täglich bis zu 500 Gramm Fisch verzehren, erhebliche Schäden.

Wie sagte doch Stadtrat Dieter Steiniger, der in Vertretung des Crimmitschauer Oberbürgermeisters Holm Günther an der Veranstaltung teilgenommen hat: „Das Angeln ist die einzige Philosophie, von der man satt werden kann.“

 

Von Helmut Taubert – Freie Presse vom 20.10.2010


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Zur Entnahmepflicht für alle gefangenen Exemplare der Fischart Blei an der Talsperre Koberbach

Im Jahr 2005 beschloss das Präsidium des AVS auf Anregung der ortsansässigen Vereine eine Entnahmepflicht für alle gefangenen Exemplare der Fischart Blei aus der Talsperre Koberbach. Vor ca. 20 bis 25 Jahren kamen Bleie in der Talsperre noch nicht vor. Die Ursachen der Einschleppung sind unbekannt. Vor ca. 10 bis 12 Jahren setzte eine Massenentwicklung der Art ein, gleichzeitig ging der Plötzenbestand infolge der scharfen Nahrungskonkurrenz beider Arten deutlich zurück. Das musste als Alarmzeichen gewertet werden, stellt doch ein guter Plötzenbestand eine Voraussetzung für einen stabilen Raubfischbestand, in der TS Koberbach besonders für den Zander, dar. Untersuchungen des Instituts für Binnenfischerei in brandenburgischen Gewässern ergaben, dass von154 untersuchten Zandern kein einziger einen Blei gefressen hatte, obwohl ca. 40% des Fischbestandes aus Bleien bestanden! Im Gegensatz dazu waren 50% der von den Zandern gefressenen Beutefische Plötzen, also eindeutig der Hauptbeutefisch.

In den Jahren 2002 und 2003 stiegen dann die Zanderfange aus der Talsperre extrem auf über 200% des langjährigen Durchschnitts an, eine Erscheinung, die von der Fischereiwissenschaft als "Zandermüdigkeit" bezeichnet wird. Dabei sind nicht etwa die Zander müde, sie reagieren aber durch den Rückgang ihrer bevorzugten Beute schlicht und einfach aus Hunger auf alles, was nur annähernd in ihr Beuteschema passt, also auch auf mitunter fragwürdige Angebote der Angler. Die in diesem Zustand leichte Fangbarkeit der Zander mag für viele Angler erfreulich gewesen sein, zeugt aber eindeutig von einem unzureichenden Nahrungsangebot. Folgerichtig kam dann auch im Jahr 2005 der Bestandseinbruch, die Zanderfange lagen weit unter 50% des Mittelwertes.

Wenn wir Interesse an einem stabilen Zanderbestand in der Talsperre Koberbach haben, müssen wir alles tun, um ein gutes, den Bedürfnissen des Zanders entsprechenden Beutefischangebot im Gewässer zu haben. Das ist in diesem Fall nur möglich, wenn der Bleibestand weitestgehend zurückgedrängt wird. Er wird aus der Talsperre nicht wieder verschwinden, muss aber als Nahrungskonkurrent der Plötze deutlich reduziert werden.

Im Jahr der Einführung der Entnahmepflicht für den Blei wurden entsprechend der Fangstatistik insgesamt 1.133 Exemplare entnommen. Das war für den Anfang ganz gut. Im Jahr 2007 wurden insgesamt 727 Bleie entnommen, was aber noch kein Zeichen für den Rückgang des Bleibestandes ist. Denn von diesen 727 wurden 510 von den Mitgliedern unseres Vereins entnommen, das sind 70% der gesamten Entnahme! Daraus ergibt sich für mich nur eine Frage - wie ernst nehmen die Mitglieder der anderen Vereine im AVS diese Entnahmepflicht? Es darf nicht sein, das Angler die aus der Talsperre gefangenen Bleie zurücksetzen, weil sie angeblich nicht wissen, was sie mit diesem Fisch anfangen sollen! In solchen Fällen frage ich mich, ob diese "Angelfreunde" überhaupt an einem guten Beutefischbestand und einem stabilen Zanderbestand Interesse haben, oder ob sich ihr Engagement nur auf die lautstarke Forderung nach "mehr Besatz" beschränkt. Übrigens: Das Zurücksetzen bei bestehender Entnahmepflicht kann durch die Verbands- und Gewässeraufsicht gemäß der Anlage 5.2. zur Gewässerordnung als ,,Mißachtung gewässerspezifischer Regelungen" geahndet werden!

P. Fichtner

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